.:: Nature One ::.

Die Nature One ist die größte Open-Air-Großveranstaltung für elektronische Musik in Deutschland überhaupt. Diesen Status hat die "Nature" - wie sie oft liebevoll genannt wird - nicht nur den jedes Jahr aufs Neue anreisenden, begeisterten Gästen zu verdanken.
Begonnen hat alles am 26.8.1995 auf der ehemaligen "US Airbase Hahn" im Hunsrück mit "nur" ca. 13.000 Besuchern. Angezogen wurden diese nicht nur von namhaften (inter)nationalen DJ-Größen wie Marusha, Ilsa Gold, Paul van Dyk, DJ Hooligan uvm., sondern auch von der ungewöhnlichen Location: Ein Ort der vormals dem Krieg diente sollte zur Party-Oase umfunktioniert werden.
Die erste Nature One wurde ein voller Erfolg, so lag es nahe dass weitere folgen werden. Ein Jahr später war es dann auch soweit, allerdings an neuer Location. Wieder war es ein Ort der vormals dem Krieg gedient hatte: Die alte Raketenabschussbasis Pydna bei Kastellaun (ebenfalls im Hunsrück). Landebahnen, Bunker, in denen Cruise Misslies auf ihren Einsatz warteten wurden schnell erschlossen und dem Betrachter bot sich ein friedliches Bild von tausenden feiernden, fröhlichen und friedlichen Menschen.
Mit dem folgenden Jahr wächst das Open-Air explosionsartig. Aus der bisher
nur eine Nacht andauernden Party wurde ein Festival über ein komplettes
Wochenende. Die Zahl der geladenen Acts und DJs wuchs weiter genauso wie
die Zahl der Besucher stieg.
Heute sind es weit über 200 Acts und mehr als 50.000 Besucher. Für die
Dauer eines Wochenendes entsteht jedes Jahr eine gigantische Zeltstadt mit
rund 40.000 Bewohnern im beschaulichen Hunsrück.
Erstaunlich ist hierbei immer wieder wie geordnet und ruhig alles abläuft,
dies liegt sicher auch mit an der hohen Akzeptanz und Toleranz der Anwohner
der umliegenden Dörfer!
Vom einfachen Festival entwickelte sich die Nature One auch stets weiter zu einem Spiegelbild der Club- und Musikkultur. Mittlerweile ist so gut wie jeder namhafte Club Deutschlands, der etwas auf sich hält auf der "Nature" mit einem Partyzelt/Floor vertreten. In Folge dessen wuchs natürlich auch das Spektrum der Musik. Konnte man zu den Anfangszeiten nur Techno/Trance auf der Nature One hören so ist es mittlerweile nicht ungewöhnlich genauso Gabba, Drum & Bass und sogar HipHop dort zu finden.
Auch die Unterbrechung der Glückssträhne was gutes Wetter angeht im Jahr
2000 tat dem Erfolg und dem Spaß keinen Abbruch. Im Sommer 2000 hatte es
schon die ganze Woche vor dem "Nature-One-Wochenende" geregnet, die
70 Hektar Feld zum Campen waren komplett aufgeweicht. Zum Teil kamen die
Autos nicht mal mehr auf ebener Strecke weiter. Kieswege wurden
aufgeschüttet, Traktoren zum Abschleppen organisiert und und und... Die
Besucher würdigten dies und waren trotz der Umstände recht fröhlich.
Normalerweise sollte man annehmen, dass alle wegen des Wetters und der
schwierigen Situation schlecht gelaunt waren und am liebsten wieder
gegangen wären. Doch wieder einmal zeigte sich, was die "Nature"
und ihre Besucher zu dem macht, was sie sind: Die Leute halfen sich
gegenseitig, zeigten Verständnis und dachten gar nicht daran sich die
Partylaune vermiesen zu lassen!
Diesen Geist findet man noch immer auf der Nature One (auch wenn es nicht
nur das größte Open-Air-Festival ist, sondern auch eines der größten
Kommerz-Festivals)! Darum wünsche ich der Nature One weiterhin alles Gute
und hoffe auf weitere zehn erfolgreiche und spaßige Jahre!

